CH/Davos: Der Stundenplan der Zerstreuung — Grand Hotel Belvédère – Das Buch

andreas augustin cover grand hotel belvedere davos

Opened in 1875 by German J.C. Coester, today managed by Steigenberger

GRAND HOTEL BELVÉDÈRE
DIE UNGLAUBLICHE ERFINDUNG DES ALPINEN ENTERTAINMENTS
oder
DER STUNDENPLAN DER ZERSTREUUNG
von
ANDREAS AUGUSTIN

Willkommen in den Schweizer Alpen, in der höchstgelegensten Stadt Europas, im Grand Hotel Belvédère. 1875 gegründet, eines der berühmtesten Hotels der Welt, ist das Grand Hotel Belvédère seit seiner Eröffnung das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Stadt.
Das Buch erzählt die Geschichte des Hotels im Lichte der Entwicklung von Davos vom Lungenheilort zur Wintersportdestination und Kongressstadt.

davos cover andreas augustin

ZUM BUCH:      
“Der Stundenplan der Zerstreuung”

Bericht einer Recherche      
Unter dem erstaunten Blick der Schweizer Bergler kolonialisierten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts „die Fremden“ den Ort Davos. Im Herzen der Schweizer Alpen prallte das deutsche Prinzip der befohlenen Verordnung auf die britische Maxime der sportlichen Wettkämpfe. Während preußischer Drill den Tagesablauf der einen bestimmte, machten die Großmeister des Zeitvertreibs von jenseits des Ärmelkanals die Pflicht zur lustvollen Auseinandersetzung.
Strikte Liegekur im Freien und Eisstockschießen begegneten dem relaxten Baumeln in der Hängematte mit homoerotischen Tagträumen vor dem nachmittäglichen Curling oder Croquet. Bierernst traf Whiskeyhumor im Zigarrendunst. Und doch war man hier vereint im Kampf gegen diese fatale Lungenkrankheit. Faschingsmaske und fancy dress gingen gemeinsam zum Ball der Schwindsucht.

andreas augustin davos belvedere
Das Belvedere um 1900 in seiner heutigen größen Ausdehnung.

Nie tanzte man ausgelassener als vor dem Ende. Und wenn es nicht kam? Aufschub gewährte? Dann suchte man sich weitere Diversifikationen. Noch eine Abfahrt, ein Schlittenrennen, eine Pirouette auf dem Eis. Oder mit dem Kopf voran auf einem Brett, dessen messerscharfe Kufen durch einen Eiskanal ins Tal donnern. Hauptsache, fulminant ins Ziel. So kam der Sport auf die Welt. Höher, weiter, schneller. Dafür stand Davos. Das längste Abfahrtsrennen der Welt, der älteste Eishockeycup der Welt, die ersten Schlittenrennen der Welt. Firsts, Firsts, Firsts.

Wir beugen uns über die Wiege des alpinen Entertainments und betrachten ein Hotel, dessen Wurzeln in der originellen Tatsache ruhen, dass es hier in den Schweizer Bergen von einem Deutschen für Engländer gemacht wurde. So wurde es zum Zentrum des gemeinsamen gesellschaftlichen Lebens. Zur Heimstätte der unterhaltsamsten Literaten Europas, Ausstellungsort bedeutender Maler. Ort der Erfüllung und der Sehnsucht für alle, die hier Heilung suchten. Oder einfach nur Erholung. Die Ankunft der Intellektuellen der Welt war Ansporn und Bestätigung zugleich. Der Output, den Davos inspirierte und produzierte, stand den kulturellen Zirkeln von Wien, Paris, London oder Berlin in nichts nach.
So wurde das Grandhotel Belvédère zu einem roten Faden, der sich nicht nur durch die Geschichte von Davos zieht, sondern an dem auch so manche Geschichte hängt. Das Belvédère ist also Herberge und Visionär, Wegbereiter und Promoter. Danken muss man den Menschen, die es schufen und weitertrugen.
Über die letzten 140 Jahre hat das Steigenberger Grand Hotel Belvédère seine Position als das führende Hotel von Davos Jahr für Jahr aufs Neue bestätigt. Es ist und bleibt die Drehscheibe der Gesellschaft, die sich hier trifft. Seine Geschichte liest sich wie das Who’s Who der großen Welt. Standards wurden etabliert, die mit wachsamen Augen verfolgt, bald den ganzen Ort inspirierten.
In einer Serie von Momentaufnahmen erlauben wir uns, Bericht zu legen vom Entstehen einer Stadt in den Bergen, die zu globaler Bedeutung gelangte. Ihr Grand Hotel, das dürfen wir behaupten, hat dazu einen gewissen Beitrag geleistet.
Andreas und Carola Augustin

**********

GRAND HOTEL BELVÉDÈRE DAVOS
DIE UNGLAUBLICHE ERFINDUNG DES ALPINEN ENTERTAINMENTS oder DER STUNDENPLAN DER ZERSTREUUNG von Andreas Augustin
144 Seiten, Hardcover, 245 x 225 mm
ISBN 978-3-900692-51-3    

Andreas Augustin schreibt seit 30 Jahren Bücher über historische Hotels. Zu seinen bekanntesten der über 50 Werken zählen die Monografien über Raffles Singapur, The Oriental Bangkok, The Savoy London, Imperial und Hotel Sacher in Wien. Die Schweizer Hotelgeschichte arbeitet er seit zwei Jahrzehnten auf, als er die Historie des Grand Hotel Kronenhof in Pontresina verfasste. Letztes Jahr erschien Park Hotel Vitznau, die Geschichte des Hotels und der Hotellerie am Vierwaldstätter See.

The Most Famous Hotels in the World® (famoushotels) ist die Organisation, die 1986 in Singapur und London gegründet wurde. Sie umfasst heute 440 ausgewählte Hotels auf der Welt, die alle bedeutende historische Häuser sind. Die Aufgabe der Organisation ist die Recherche und Publikation der Geschichte dieser Hotels. Die Schweiz weist mit insgesamt 37 vertretenen berühmten Hotels eine bemerkenswert hohe relative Dichte als Land auf.


Die Gründerzeit
Gedanken von Andreas Augustin

203 Wörter  1397 Zeichen

Warum ich so genau auf das Davos der ersten Jahre, der Gründerzeit eingehe, ist damit zu erklären, dass ich es spannend fand, das Entstehen von Davos als funktionierenden Kurort zu beleuchten, fernab vom Zauberberg Mythos. Der Aufstieg von Davos war nämlich durchaus begleitet von dem Ringen um Qualität, Hygiene und Standards, die aus einem kleinen unterentwickelten Bauerndörfchen eine Kurstadt von Weltruf machten.
Die reiche Quellenlage überraschte. Führende Autoren, Historiker und Zeitzeugen haben Davos in Wort und Bild, aber auch mit Zeichenstift und Pinsel festgehalten. Wir verfügen mit der Dokumentationsbibliothek Davos über ein ausgezeichnetes Archiv, das exemplarisch die Geschichte von Davos verwaltet.
Dass ich für meine Arbeit einen scheinbar legeren Erzählton gewählt habe, sollte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass jeder Eintrag in dieses Tagebuch historisch belegt ist, dass jede scheinbar noch so beiläufige Bemerkung auf genauen Recherchen basiert.
So wird das Grand Hotel Belvédère zu einem roten Faden, der sich nicht nur durch die Geschichte von Davos zieht, sondern an dem auch so manche Geschichte hängt. Das Belvédère und jene Menschen die es schufen und weitertrugen, ist somit nicht nur Gastgeber in dieser einmaligen Stadt, sondern auch Visionär, Wegbereiter und Motor.

davos cover andreas augustin

 

 

INSPIRATIONS [more]

PUBLICATIONS

DOCUMENTATIONS [more]

WHO WHERE WHEN … [more]

NEWSLETTERS … [more]

BREAKFAST SERIES [more]

NOBODY ASKED ME, BUT … [more]